Sonntag, 5. Juli 2015

Hitze-Update - Alles wie immer

Seit dem 17. Juni bin ich nun schon ausgebildete Hotelfachfrau. Yay.
Einen Job habe ich aber immer noch nicht, dabei kann man nicht sagen, dass ich nicht dran arbeite. Ich war zu Vorstellungsgesprächen und zum Probearbeiten, aber Antworten? Fehlanzeige.

Zu Schulzeiten hatte ich kaum gute Noten, jetzt während der Berufsschule sind die besser geworden, viel besser. Manche Kollegen nannten mich schon spaßhaft einen Streber. Leider habe ich die praktische Prüfung mehr oder weniger vergeigt. Zwar immer noch bestanden, aber eben schlecht bestanden. Die theoretische Prüfung war super.

Und das ist mein Problem. Die theoretischen Kenntnissen interessieren in dieser Welt niemanden. Klar, die Schulnoten müssen klasse sein, aber wehe, es klappt in der Praxis nicht so gut ... Dann hat man eben Pech gehabt. Der Leistungsdruck heutzutage kotzt mich an. Egal, was man tut, es bringt einfach nichts. Da ist man gut in der Berufsschule, aber mehr als ein müdes Lächeln gibt es nicht. Aber wehe, man versaut es. Dann ist das Gemecker groß.
Dabei sollte doch jedem klar sein, dass alles, was zählt, eben nicht die theoretischen Noten sind.
Vielleicht liegt es ja auch an mir. Wie gesagt, in der Schule an sich war ich nicht besonders gut, hat mir nichts gebracht (wie sollte es auch), in der Berufsschule war ich gut, ohne mich anstrengen zu müssen, hat mir auch bloß nichts gebracht.
Und ja, ich kann auch bei der praktischen Arbeit gut sein, aber der Eindruck, den man vom Probearbeiten oder der Prüfungsnote bekommt, ist eben nicht der richtige. Es ist schwer, richtig gut zu sein, wenn man die örtlichen Gegebenheiten erst richtig kennenlernen musst und die ganze Zeit beobachtet wird, wie man sich anstellt. Das setzt die Leute unter Druck, aber wen kümmert's?
Gewissen Leuten muss man eben keine Chance geben, das sieht man denen schon an der Nasenspitze an. Wie mir eben. (Wenn ich wüsste, woran genau, würde ich die Stelle jedes Mal überschminken, auch wenn das echt nervig sein kann)
Ich weiß nicht, was ich falsch mache. Alles? Oder nur das Wichtige? Oder ist es nicht eigentlich egal?

Kommen wir zum nächsten Problem.
Am Ende der praktischen Prüfung sagte einer der Prüfer: "Ihr habt einen guten Beruf gewählt, es werden immer gute Mitarbeiter gesucht."
Natürlich. Aushilfen, möglichst billig, die man nicht anlernen muss, weil sie die Kenntnisse der ausgebildeten Kräfte besitzen. Jung müssen sie sein, aber mit allen Wassern gewaschen und mindestens 20 Jahre Berufserfahrung. Sie müssen immer kommen, wenn man sie anruft, dürfen keine eigene Meinung haben und am besten sie lächeln immer, egal, was kommt.
Das ist mit Sicherheit nicht nur in der Gastronomie so, aber hier fällt es am stärksten auf. Warum werden wohl so viele Leute ausgebildet und anschließend nicht übernommen? Weil Azubis billiger sind als festangestellte Gesellen.
Noch Fragen?

Ansonsten leide ich hier auch sehr unter der Hitze und ihren Auswirkungen, zum Beispiel auf Familienmitglieder. Das Wetter macht halt alle ein bisschen zickig. Mich eingeschlossen.
Wie gern hätte ich die Zeit nach der Ausbildung im neuen Job auch dazu genutzt, mich wieder ganz meinem Hobby zu widmen. Vielleicht nicht direkt sofort, aber wenn die Routine eingekehrt ist. Klappt auch bloß nicht, denn jetzt brauche ich keine Routine. Ich habe schließlich nicht die Absicht, als Hartz-IV-Empfänger zu enden.
Man könnte meinen, ich hätte es gut, aber der emotionale Stress ist nicht zu unterschätzen.

Im Moment fällt es mir schwer, irgendwo etwas Gutes zu sehen. Schade, aber so ist es.

Dienstag, 23. Juni 2015

Spuren im Schnee

Ich bin der Winter in einer Welt des Sommers. Meine schneebedeckten Ebenen tragen die Spuren all der Begegnungen, die ich bisher gemacht habe. Manche davon sind nur leicht, andere sehr tief. Wieder andere überdecken ältere Spuren.
Der Sommer um mich herum hat meine Ränder geschmolzen und nichts als Schlamm und Matsch hinterlassen. Wer bin ich? Wer will ich sein?
Ich bin der Winter in einer Welt des Sommers.
Wie gern wäre ich ein Teil dieser Welt ...
Noëlia, Winterschnee

Montag, 1. Juni 2015

Das Licht am Ende des Tunnels

Ich stecke immer noch bis zum Hals im Dreck, aber ich habe das Gefühl, dass es ein Weg nach draußen gibt. Nach und nach überstehe ich alle meine Sorgen.
Das glaube ich zumindest. Noch zwei Tage, dann ist die erste Runde Stress durch. Dann noch bis zum 17. Juni und dann war es das.
Danach kommt dann ein großes, schwarzes Loch, das ich noch füllen muss. Ich habe Pläne dafür, die müssen einfach klappen.
Ich dachte, ich könnte etwas Besseres berichten, doch im Grunde ist es noch immer recht düster. Man arbeitet sich halt so durch. Muss ja.

Etwas Gutes gibt es tatsächlich.
Ich habe endlich mal wieder etwas geschrieben. Zwar bin ich damit nicht zufrieden, aber je mehr ich wieder tippe, umso mehr finde ich zu mir selbst zurück. Und umso eher werde ich mit meinen Texten wieder glücklich sein. Ganz einfach :D
Das Leben kommt einem manchmal schwer vor, aber das ist es gar nicht. Man macht es sich nur selbst schwer, wenn man an alles nur mit negativen Gedanken heran geht. So schwer ist es gar nicht. Es ist einfach.